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Ein Chor nimmt Abschied

Geschrieben von Theo Bauer

Gleich beim Betreten des weihnachtlich geschmückten Gastraums in der Vereinsgaststätte Albblick grüßte das bekannte Emblem des TV Plochingen, ergänzt mit der Botschaft "Gesangsabteilung 1975 - 2015 - 40 Jahre". Rolf Kirsammer, Sängerleiter seit über 18 Jahren, begrüßte die Sängerfamilie und die gelandenen Gäste. Auch die Vorstandschaft des TVP, die Ehepaare Schade und Fischle, wurde willkommen geheißen. Der Rückblick auf 40 Jahre Gesangsabteilung wurde mit einem Gedenken an die verstorbenen einstigen Sänger eröffnet. Jeweils ein Bild nebst Namen erweckte manche Erinnerung. Und dies ist die Geschichte des Chors: Turner, Leichtathleten und Handballer trafen sich nach ihrer aktiven Zeit, um sich weiter sportlich zu betätigen. Nach der Sportstunde setzte man sich an den Stammtisch, um beim wohlverdienten Glas Bier den Ablauf der vorausgegangenen Spiele nachzukommentieren. Aber auch um sich über Gott und die Welt zu unterhalten und sich auch Liedern zu widmen, die man schon als Aktiver gesungen hatte. Es wurde natürlich einstimmig gesungen, ohne Noten, aber mit großer Begeisterung. Man wollte aber mehr: mehrstimmig, nach Noten. Auf der Suche nach einem Dirigenten wurde man bei dem Veinsmitglied Heiner Ebner fündig. Eine Kantine stand als Sängerlokal bereit, und ein gespendetes Klavier machte den Start möglich, damals mit acht Sängern. Während man anfänglich "bloß für uns" sang, erfolgte später der Schritt in die Öffentlichkeit.
Nach 20 Jahren Heiner Ebner folgte der Dirigent Walter Metzger, und in den vergangenen 10 Jahren führte Wolfgang Klappenbach den Chor. Kein Tag habe er sein Engagement bereut, sagte er mit Abschieds- und Dankworten. Dann wurde es schwer. Rolf Kirsammer musste die Entscheidung bekannt geben. "Leider hat der Trend in der allgemeinen Entwicklung der Männerchöre auch uns erreicht. Unsere Bemühungen um junge Sänger hatten kein Erfolg. Und die naturbedingten Lücken in unseren Reihen wurden immer größer. Dieser Tatsache mussten wir ins Auge sehen und haben deshalb beschlossen, die Gesangsabteilung aufzulösen. Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, sie ist mehr der Vernunft als dem Empfinden geschuldet. Nur für ein bisschen Wehmut ist Platz, aber nicht für Traurigkeit, denn es überwiegt die Erinnerung an eine schöne Zeit in einer harmonischen Gemeinschaft". Bilder sagen mehr als 1000 Worte. Dies galt auch für die brilliante DVD-Schau, die das Urgestein des Chors Wolfgang Bacher mit viel Aufwand erstellte. Ein buntes Kaleidoskop rief eine Vielzahl von Geburtstagsfeiern, Ausflügen, Auftritte in Kirchen und vieles mehr in Erinnerung und löste lebhafte Kommentare aus. Auch der Gedichtvortrag von Walter Baum über die "Albblickspatzen" erheiterte die Runde. Wie man eine Panne bei einem Auftritt meistert, zeigten die Aufnahmen von der Landesgartenschau 1998. Begeisterter Beifall dankte dem Schöpfer der Dokumentation Wolfgang Bacher.
Dass auch eine nur kleine Organisation wie ein Männerchor viele Mitwirkende benötigt, vermittelt der Dankesblock an Roland Munz als Notenwart, Ossi Bacher als Kassenwart, Theo Bauer als Pressewart, Gerd Blankenhorn als zweitem Dirigenten und Organisator des Sommertreffs. Auch die Damen Renate Merkle als Hoffotografin und die Chefin des Vereinslokals Albblick durften nicht fehlen. Nicht zuletzt bedankte sich Rolf Kirsammer beim bisherigen musikalischen Leiter Wolfgang Klappenbach für seinen Einsatz. "Es war sicher nicht immer einfach, die ins Alter gekommenen Herren von den notwendigen Voraussetzungen für einen stimmigen Klang zu überzeugen", sagte er. Die Sänger haben vor, den Stammtisch des Zweiten Weges am Freitagabend zu verstärken. Es kann natürlich auch dort gesungen werden, aber die Speise- und Getränkekarte ersetzt dann die Noten. Als Überraschung trat ein Quartett auf den Plan bestehend aus den Ehepaaren Bacher und Klappenbach. Mit Mozarts "Abendruhe" sollte der historische Abend beschlossen werden. Symbolisch ist dort die letzte Zeile: "Der Feierabend deckt das Land".

Gesang

Die erste Erwähnung einer Gesangsabteilung in der Vereinsgeschichte stammt aus dem Jahre 1900. Daran ist zu erkennen, dass Sport und Gesang schon lange eine ideale Verbindung sind. Singen vor der Turnstunde öffnet die Lunge und macht den Kopf frei für entspanntes Dehnen und Strecken. Singen nach dem Handballspiel gibt die Freude über den gelungenen Sieg wider oder lindert die Enttäuschung nach einer Niederlage. So war es zumindest früher. In jedem Falle aber fördert Singen die Harmonie und die Geselligkeit bei der weder Sieg noch Punktgewinn das Ziel sind, sondern ganz allein der richtige Ton. Unter der Leitung von Heiner Ebner wurden in 25 Jahren über 100 Lieder einstudiert, und viele davon bei den verschiedensten Anlässen zu Gehör gebracht. Die folgenden 5 Jahre war es Walter Metzger der das Liedgut der 19 Sänger erweiterte, und seit Januar 2006 verleiht Wolfgang Klappenbach dem Chor neue Impulse.

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